Besinnung

Kalender

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Gemeinde,

der „Lebendige Adventskalender“ nimmt in diesem Jahr etwas vorweg. An fast allen Tagen ab dem 1. Advent sind Sie in diesem Jahr in ganz Eberstadt eingeladen zu erleben, wer da ein Fenster öffnet. Wer sich da versammelt. Das ist neu. Gemeinsam zu singen und den Advent zu feiern und das in ganz Eberstadt! Das ist gelebte Gemeinde, wie sie ab dem Jahr 2026 sein wird. Alle Evangelischen in Eberstadt gehören dann zusammen. Der lebendige Adventskalender bietet dazu einen Vorgeschmack. Sicher auch mit Punsch und Gebäck. Und das, über die bekannten Orte und Straßen hinaus.

Auf dem Titel dieser letzten Ausgabe des Gemeindebriefs der Dreifaltigkeitsgemeinde zählen wir zunächst bis 23. Sie sehen die letzten 23 Titelbilder vom „GemeindeLeben“. Aber wie wird die nächste Ausgabe der neuen Gemeinde dann aussehen? Wie es der Zufall will, wird voraussichtlich am 24.1.2026 dieser erste Gemeindebrief für ganz Eberstadt erscheinen. Warten wir gespannt auf diesen 24., wie sich dieses Türchen dann öffnet. In Ihrem Briefkasten. Vor Ihren Augen.

An Silvester zählen wir von 10 rückwärts, in Sekunden. Zum Advent zählen wir von 1 bis 24, in Tagen.

Haben Sie schon mal gezählt auf etwas Anderes hin? Ob in Sekunden, Stunden, Tagen oder Monaten? Haben Sie gezählt auf etwas Besonderes hin, auf eine Reise, auf ein Fest, auf eine Geburt hin, eine OP?

Wenn etwas Besonderes im Leben ansteht, dann ist es sinnvoll, die Zeit vorab zu strukturieren. Ein Ritual aus dem zu machen, was diese Mischung an Vorfreude, Aufregung und Ungeduld in mir wachruft. Ich denke mir: Warum nicht? Immer möge es doch einen Adventskalender geben auf das Besondere hin! Immer dann, wenn es auf etwas zugeht, was mich beschäftigt. Jeden Tag schon ein Türchen öffnen bis sich die letzte, finale Tür weitet.

Ein Adventskalender, das passt zu Weihnachten. Es passt aber auch, wenn etwas anderes Besonderes bevorsteht. Um die Tage des Wartens, um die Tage der Vorfreude, um die Zeit des unsicheren Abwartens zu gestalten. Nicht die ganze Freude aufbewahren auf den Tag X, sondern sie eben vorher schon fühlbar werden zu lassen.

Genau so entstand die Idee für den Adventskranz. Johann Hinrich Wichern, Pfarrer in einem Kinderheim, er wollte für die Kinder erlebbar machen, wie die Zeit auf Weihnachten hin kürzer wird. Der Kranz von ihm hatte 24 Kerzen. Immer eine Kerze mehr, die angezündet wurde, jeden Tag. Das war 1839. Für die Sonntage gab es große weiße, für die Werktage kleinere rote Kerzen. Das war in Hamburg. In München entstand später dann die Idee eines Adventskalenders, erst mit Türchen und später von Türchen mit Schokolade. Das war um 1920. Der Brauch ist nun überall sehr präsent.

Wie wird Weihnachten? Friedlich? Warten wir es ab und strukturieren die Zeit bis dahin. Zünden nach und nach Kerzen an. Geben der Hoffnung Raum. Der Vorfreude. Und auch den bangen Gefühlen, wird es so, wie ich mir es wünsche? Wir geben unser Leben in die Hand von Gott. Und strukturieren die Zeit, mit dem was wir tun können. Rückwärts zählen und abwarten. Mit Kerzen anzünden und singen und Punsch trinken. Und hoffen. Und eben was tun.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit. Ein gesegnetes Warten auf das, was Ihr Leben erfüllen wird. An Heiligabend und an allen weiteren Tagen, die einen Adventskalender verdient haben. Ein gestaltetes Warten auf diesen Tag hin. Und auch: Auf ein gutes Miteinander in der neuen, großen Gemeinde. Ich bin mir sicher, es wird schon im „Lebendigen Adventskalender“ erlebbar werden.

Herzlich,  Ihr Jonas Bauer